Wiesen absuchen um Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren - auch das ist Jagd!

Jeders Jahr etwa ab Juni: Sie ist wieder in volle Gange, die Zeit wo die Ricken ihre Kitze vorzugsweise im Grünland, also Wiesen, absetzen. In dem hohen Gras der Wiesen kann der Rehnachwuchs unbemerkt vom Fuchs aufwachsen.

Wird die Wiese jedoch gemäht, gibt es ein großes Problem: bei drohender Gefahr fliehen Rehkitze nicht, Rehkitze sind auf Stillhalten und Ducken programmiert und so versuchen sie meist gar nicht, der tödlichen Gefahr des Mähwerkes zu entrinnen.

 

Für Jäger ist das Absuchen von Wiesen vor der Mahd aktiver Teil der Jagd und Hege - gefundene Kitze werden nicht mit den Händen angefaßt, denn dann besteht die Gefahr, dass die Ricke sie wegen dem menschlichem Geruch nicht wieder annimmt - die Tiere werden mit Handschuhen oder Grasbüscheln aus der Wiese heraus an einen sicheren Ort außerhalb der Wiese getragen, kurz bevor der Bauer beginnt die Wiesen zu mähen.

Durch die Fieplaute des Kitzes findes die Ricke Ihr Kitz wieder und führt es an einen anderen Ort.

Das Unterfangen ist anstrengend und sehr zeitraubend und erfordert höchste Konzentration, denn die Kitze liegen häufig gut versteckt in sehr hohem Gras.

So wurden z.B. am Sonntag den 06. Juni sechs Wiesen abgesucht und dabei wurden 3 Rehkitze gefunden und in Sicherheit gebracht.

 

Jäger und Landwirte arbeiten im Idealfall eng zusammen. Vielerorts werden zusätzlich sogenannte akustische Wildretter eingesetzt, die am Trecker montiert werden. Dies sind Geräte, die im Ultraschallbereich ein lautes Tonsignal von sich geben und damit schon von weitem die Tiere warnen und zur Flucht bewegen. Viel Niederwild und andere Wiesentiere werden so heute gerettet, weil diese bessere Gelegenheiten zur Flucht haben.